INNER ist eine junge Berliner Company für Tanz und Performance, die im Juni 2017, nach langjähriger freier Zusammenarbeit in diversen Produktionen, Drehs und Projekten, von den zeitgenössischen Tänzerinnen Cathleen Rabe und Marlene Naumann gegründet wurde. INNER zeichnet sich durch einen einzigartig reduzierten und den Gründerinnen sehr eigenen Umgang mit Bewegung und einer so entstehenden Ästhetik aus. Elemente aus Tanz, Performance und Schauspiel werden auf eine minimalistische und funktionale Art verbunden, um Thematiken der Psyche des Menschen in einer eigenen, sehr präzisen und doch weitgefächerten Sprache auf die Bühne zu bringen.

Marlene Naumann

Marlene Naumann ist Tänzerin, Choreographin und Tanzlehrerin aus Tübingen. Bereits in jungen Jahren tanzte sie Ballett und Modernjazz und wirkte in Jugendproduktionen des Stuttgarter Balletts mit. Ihre Ausbildung im zeitgenössischen Bühnentanz absolvierte sie an der Tanzakademie balance1 in Berlin. Im Anschluss daran kooperierte sie unter anderem mit der Luna Park Tanz Company in Berlin und Athen.

Cathleen Rabe

Cathleen Rabe, aufgewachsen in Schwerin, stand schon in ihrer Jugend im Schweriner Staatstheater als Schauspielerin auf der Bühne. In Berlin studierte sie zunächst Philosophie und Theaterwissenschaft und absolvierte schließlich ihre Ausbildung zur zeitgenössischen Tänzerin an der Tanzakademie balance1.

Produktionen

prozentuale transformers 24.09.2019 22 Uhr @ Eschschloraque Rümschrümp15./16./17. November 2019 @ TiK – Theater im Kino

Mit „prozentuale transformers“ wenden wir uns Gebrauchs-, Verbrauchs- und Endsorgungsprozessen von sowohl Mensch als auch Material zu und stellt diese gegenüber. In der performativen Forschung werden Transformationsprozesse im Hinblick auf prozentuale Anteile von Lebendigem und Totem in Subjekt und Objekt untersucht. Kann eine Prozentzahl an Leben performativ und theatral berechnet werden? Ist hierbei eine objektive Betrachtung möglich und wenn ja, auf welche Parameter beriefe sie sich?

Neben dem vielschichtigen Inspizieren der Ist-Zustände werden weitere Transformationen provoziert und verbildlicht. Wie manifestiert sich der Übergang von Lebendigem zu Nicht- Lebendigem? Kann die Trennlinie von Subjekt und Objekt verschoben oder radikal negligiert werden?

Konzept/Choreographie/Tanz: Cathleen Rabe und Marlene Naumann

find/bar Videoproduktion

Ein Baum, zwei weibliche Wesen.

Der Baum und die weiblichen Wesen stehen sich gegenüber und konfrontieren sich gegenseitig mit ihren Grenzen, Stärken und Möglichkeiten.

Kraft wird sichtbar. Von innen und außen. Wie viel Kraft können die Körper generieren? Wie viel halten sie aus? Wie viel Kraft ist als potentielle Energie bereits vorhanden?

Blut. Strömt von innen nach außen und schlägt eine Brücke zwischen den sozialisierten menschlichen Wesen und dem von der Sozialisierung fern gebliebenen Wesen Baum.

Kann ein menstruierender Körper, durch seinen Blutfluss dem Baum nah und der Sozialisierung fern sein?

Die Menstruation wird hier als ein biologischer Vorgang verstanden, der die physische Kraft des menschlichen Körpers erfahrbar werden lässt. Ein Vorgang mit der Stärke zur Zerstörung und zum Wiederaufbau, der sich als ununterdrückbare Naturgewalt Raum nimmt, durch den „die Frau ihr Körper ist, aber der Körper nicht nur ihrer ist“ - Simone de Beauvoir, das andere Geschlecht.

Konzept und Performance: Cathleen Rabe und Marlene Naumann
Kamera: Cathleen Rabe und Marlene Naumann
Kamera Assistenz: Christian Riedel
Schnitt: Marlene Naumann
Farbkorrektur: Fred Gneckow
Dramaturgische Beratung: Kostis Spyrou
Konzept Beratung: Michalis Agelidis
Technische Beratung: Gosia Gajdemska
Kostüm: Cathleen Rabe

Erdbeertage 29./30.11.2018 @ FRIEDA Beratungszentrum für Frauen* Berlin / 16.03.2019 @ Galerie im Camillo Görlitz

Kampagne: gofundme.com/erdbeertage

Mit unserem neuen Stück „Erdbeertage“ bringen wir das Thema der Menstruation auf die Bühne. Es geht uns darum, die Menstruation durch Kunst zu enttabuisieren und zu porträtieren. Unsere Menstruation beeinflusst unsere Gedanken, Stimmungen und Wahrnehmung. Während dieser Zeit erleben wir unsere Emotionen intensiver und extremer, sie beeinträchtigen unseren Alltag. Neben der Erforschung dieser inneren Aspekte, beschäftigen wir uns auch mit dem rein biologischen Vorgang der Periode, um selbst ein umfangreicheres Wissen aufzubauen und dieses zur fundierten Erarbeitung des Stückes nutzen zu können.

Mit „Erdbeertage“ wollen wir in sieben Phasen, mit sechs Tänzerinnen und einer Musikerin, den Weg vom äußeren Erleben der Menstruation bis zu unseren persönlichen inneren Kämpfen während dieser Zeit erfahren und der Periode auf diese Weise eine Stimme und ein Existenzrecht geben.

Zwei Schwestern 13.04.2018 @ Tage der Alten Musik / 03./04.05.2018 @ alumni.tanz.berlin Festival / 07./08.06.2018 @ Performing Arts Festival Berlin

Nach monatelanger Zusammenarbeit mit sechs bunten Röcken und einem Ausflug zum Kirchenkonzert, zeigen Cathleen Rabe und Marlene Naumann Ergebnisse Ihres Exkurses. Oder den Exkurs selbst oder irgendetwas dazwischen und was davon jetzt noch übrig ist. Zwei (ungleiche) Schwestern bewegen sich gemeinsam zwischen Nähe und Distanz, Innen und Außen, mit wehenden Röcken und zwischen den Welten.

Konzept/Choreographie/Tanz: Cathleen Rabe und Marlene Naumann

disconnect me 24./25.11.2017 @ Katapult Berlin / preview @ Documenta / “connect me” 17.10.2017 @ Museum of Colors

In „disconnect me“ verarbeitet Naumann Vorstellungen, Wahnvorstellungen, irreale und reale Ängste und destruktive Gedanken. Im Versuch, sich selbstständig zu machen, wird der schmale Grat zwischen euphorischer Motivation und Resignation beschrieben. Ein Alltag im Bestreben viel zu leisten, um sich selbst und der Gesellschaft gerecht zu werden. Durch einen voll Eifer hoch gehaltenen Stresspegel und Ruhelosigkeit, resultiert ein knappes Schleifen an mentalen Abgründen und psychischen Störungen. Ein weiterer Teil des Stückes beschäftigt sich mit Ablenkungsstrategien. Die Disco-Kultur dient als Fallbeispiel für ein aktives Verdrängen des Alltags. Unterhaltung als Art der Stressbekämpfung. Zwischen Disco-Beats und Psychiatriestimmung porträtiert „disconnect me“ psychische Abgründe einer selbstoptimierenden und leistungsorientierten Generation.

Konzept/Choreographie: Marlene Naumann

Produktionsassistenz: Cathleen Rabe

Tanz: Luise Strehlow, Kostis Spyrou, Marlene Naumann, Cathleen Rabe